“L*** mich”, dachte ich. Nein, so schlimm war es nicht. Denn so freiwillig, wie ich für ein Auslandsjahr nach China aufgebrochen war, so freiwillig wollte ich nun Chinesisch lernen. Freier Wille hin und her, immer wieder kam der Frust auf, warum diese Schriftzeichen so ähnlich aussehen, so schwierig zu merken sind und ich Sie am nächsten Tag wieder vergessen würde. So fing ich das erste Mal an, mich intensiv mit dem Thema Lernen in seiner ganzen Vielfalt zu beschäftigen. Die gewonnen Erkenntnisse konnte ich zunächst auf Chinesisch, später aber auch auf allen sonstigen Lernstoff anwenden. Vieles davon geben wir in den Lernkompetenzworkshops zum Besten. Mit den richtigen Lerntechniken wird Lernen einfacher und macht mehr Spaß. Lernen an sich ist eine Kompetenz wie andere Dinge auch. Nehmen wir zum Beispiel Klavier spielen. Wer nicht Klavier spielen kann, der hat keine Freude daran, egal ob man sagen würde: “Spiel – Lovers in Japan – von Coldplay oder spiel mir was von Beethoven”. Wer etwas nicht kann, fühlt sich üb
erfordert. Deshalb fühlt man sich auch in der Schule oder im Studium in einzelnen Fächern häufig überfordert. Nicht weil man Coldplay…ähm ich meine natürlich die jeweiligen Fächer nicht mag. Sondern weil einem die Grundfähigkeit fehlt: Das Lernen an sich.
Aber hinter dem was ich hier poste, dem Chinesischproblem und den Lerntechniken, verbirgt sich noch ein anderer Gedanke. Ein wichtiger Gedanke, der auch mich immer wieder herausfordert.
Was funkt nicht und wie kann ich aktiv werden? Jeder stößt im Leben immer wieder an Punkte, die nicht sofort klappen oder wo Probleme auftreten. Sei es Chinesisch, Lernen allgemein oder etwas anderes. Das gibt es bei dir und das gibt es bei mir. Auch bei Barack Obama. Die Kunst ist es aber, nicht bei dem Problemen zu verharren oder sich lähmen zu lassen. Denn mal ganz ehrlich, was bringt es eigentlich sich über ein Problem aufzuregen ohne etwas dagegen zu tun? (Die Frage ist zum kurz drüber nachdenken gedacht.) In dem Moment, wo der Gedanke auftaucht, “Ahhh, wieder funktioniert das nicht. L*** mich.” kann man bereits die Fragen stellen, “Was kann ich dagegen tun? Was wäre die Lösung des Problems?”. In der Regel sind die Antworten darauf schon die konkreten Schritte, die es zu tun gilt. Und das Schöne: Jeder Schritt setzt wieder Energie frei. Und freigesetzte Energie schenkt Lebensfreude. Probier es aus.
Meine Formel der Woche:
Problem + passiv sein = Lebensenergie* 0,1
Problem + aktiv sein = Lebensenergie *10
Kleine Gedankenstütze: Irgendwo einen Quark hinstellen. Das erinnert bei einem Problem daran, dass es nun heißt: “Aus dem Quark kommen und das Problem aktiv angehen.” Außerdem ist Quark aufgrund des Eiweißgehalts eine gute Zwischenmahlzeit. Proteine steigern die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns. Womit wir auch wieder beim Lernen wären.